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Sommerurlaub
Norwegen und Schweden 1996
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| Dienstag, 30.7.1996 |
| Es sind jetzt nur noch 5°C und die Sonne strahlt. Wird es noch ein wenig kälter, fängt es an zu schneien! Wir haben die |
| Heizung angestellt. Unser Hörnchen sitzt heute schon seit 5:30 Uhr auf der Terrasse und verputzt in aller Ruhe die |
| Nüsse, die Norbert ihm gestern Abend rausgelegt hat. Als ich die Tür aufmache, bleibt es ganz ruhig sitzen und frißt |
| weiter. Auch die anderen Nüsse, die ich dann noch hinlege, sind später weg. Gegen 10:30 Uhr gehen wir runter zum See |
| angeln. Da es aber etwas windig ist, stellen wir uns links von der Brücke an den Fluß. Die Mücken sind heute nicht ganz |
| so schlimm, weil es kälter ist. Die Fische springen wie verrückt! So stehen wir bis ca.13:30 Uhr. Nach einer ganzen |
| Weile habe ich einen Fisch! Es ist eine Forelle. Da sie aber noch Untermaß hat, lassen wir sie wieder ins Wasser. Wir |
| haben noch etliche Bisse, aber leider keinen Fisch. Na ja, war ja auch so schön, hier zu stehen! Langsam geht's wieder |
| zurück zur Hütte. Es scheint herrlich die Sonne! Ich mache uns heute Eierkuchen, leider ohne Blaubeeren. Die brauchen |
| vielleicht noch 1-11/2 Wochen bis zum Pflücken. Das Eichhörnchen ist wieder da. Es wird immer frecher und nimmt jetzt |
| sogar eine Nuß aus meiner Hand! Es springt über die Türschwelle in die Hütte und holt sich zwei weitere Nüsse. Nun |
| aber schnell weg und alles verstecken! Heute früh haben zwei Hörnchen auf der Tanne vor unserem Fenster gesessen |
| und Tannenzapfen geknabbert. Das machen sie wirklich sehr geschickt mit ihren kleinen Pfötchen! ,,Unser Hörnchen" |
| kommt immer wieder und holt sich Nüsse, um sie irgendwo unter den Tannen zu vergraben. Ich sitze in der Sonne. Es |
| ist jetzt herrlich warm! 14°C! Auch Norbert kommt raus zum Lesen. Am späten Nachmittag fahren wir zum Landhandel |
| und in das kleine Touristenbüro,das nur im Sommer geöffnet hat. Wir möchten wissen, ob hier auch noch andere Hütten |
| zu mieten sind als die in Idre. Aber hier wird auch nur alles das angeboten, was es in Idre gibt. Kaufen für Berlin noch |
| Knäckebrot, Start (eine Art Knuspermüsli und sehr lecker!), Rentierfleisch und Multebeermarmelade. Wieder in der |
| Hütte, ist Schuheputzen angesagt. Jetzt sitze ich und schreibe wieder mal. Morgen wird gepackt und übermorgen geht |
| es dann leider wieder Richtung Oslo zur Fähre. |
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| Mittwoch, 31.7.1996 |
| Strahlender Sonnenschein und um 8:30 Uhr 10°C. Die Nüsse sind auch wieder verschwunden. Ich werde jetzt meine |
| Nägel etwas pflegen und dann wird gepackt. Die Eichhörnchen halten uns heute ganz schön in Schach! Noch zwei Tage |
| weiter, und sie hätten hier das Sagen!! Sie kommen in die Hütte bis auf den Tisch und fressen mir aus der Hand. Das |
| Weibchen war erst sehr scheu. Es sieht richtig putzig aus mit seinen kleinen spitzen Ohren und den langen Haarbüscheln |
| daran. Es hat einen hellen Schwanz. Das Männchen war gleich viel zutraulicher. Es ist etwas größer und hat einen |
| schönen schwarzen, buschig geschwungenen Schwanz. Sie haben sogar beide unsere Kekse verputzt. Mittags war |
| mächtig Radau, da sind sie immer übers Dach und dann die Regenrinne rutergerannt. Die meisten Nüsse haben sie in |
| irgendwelche Verstecke geschleppt. Teilweise sind sie mit drei oder vier Nüssen im Maul davongerannt! Nach dem |
| Kaffee wische ich schon mal die Hütte und Norbert verstaut die ersten Sachen im Auto. Die Hörnchen lassen sich |
| immer wieder sehen. Wir beschließen, noch einen schönen Abendspaziergang zu machen. Es wird aber leider ein recht |
| kurzer Spazierweg, da die Mücken wieder überaus lästig sind!! Norbert hat ,,Wilmas Nordic Summer" leider schon |
| eingepackt. Als wir schon fast an unserer Hütte sind, kommt uns eine riesige Rentierherde entgegen!! Es sind bestimmt |
| 40 Rentiere, wenn nicht noch mehr!Was für ein Glück! Am letzten Tag sehen wir noch so viele stattliche Tiere, eines |
| schöner als das andere und mit mächtigen Geweihen!! Auch viele Jungtiere sind dabei. Einige haben Halsbänder um. |
| Sie haben die Farben der samischen Flagge: rot, blau, grün und gelb. Es ist ein herrlicher Anblick!!! Leichtfüßig laufen |
| sie nach oben zur Straße, und wir flüchten vor den Mücken in unsere Hütte. Ich bin in Rentierketel getreten und muß |
| erst mal meine Schuhe saubermachen. Gleich gibt es Abendbrot. Wir sehen gerade Radrennen-Olympiade Atlanta. |
| Heute gehen wir zeitig schlafen. Morgen ist frühes Aufstehen angesagt! |
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| Donnerstag,1.8.1996 |
| Um 4:00 Uhr klingelt der Wecker. Die Hörnchen schlafen noch. Wir frühstücken gemütlich, und Norbert bringt noch die |
| letzten Sachen zum Auto. Es sind 5°C und der Himmel ist herrlich blau. Es fällt mir sehr schwer, heute hier abzufahren |
| Ich fühle mich hier so wohl, daß ich gerne noch bleiben würde! Wir kommen aber bestimmt bald wieder! Daß mir der |
| Abschied so schwer fällt, ist mir noch nicht sehr oft passiert. Aber ich habe mich einfach in diese wunderschöne und |
| einmalige Landschaft verliebt!! Als wir abfahren, schaue ich noch mal zur Terrasse. Die Hörnchen sind immer noch |
| nicht zu sehen. Norbert hat zum Abschied noch ein paar Nüsse hingelegt. Kurz hinter Björnliden, Höhe Sparcentralweg, |
| raschelt es im Gebüsch und vor uns steht linke Hand eine wunderschöne Elchkuh! Als sie uns wittert, bleibt sie ganz |
| ruhig stehen, schaut in unsere Richtung und spitzt ihre langen Ohren. Sie sagt uns: ,,Auf Wiedersehen, bis zum nächsten |
| Mal"!! Vielleicht auch lieber wieder in der kleinen gemütlichen Hütte mit den Eichhörnchen! Das wäre schön!! Wir |
| haben diese Landschaft mit ihren vielen Farben liebgewonnen, besonders aber das weite Fjäll mit seinen leuchtenden |
| Flechten, die Rentiere, die Hörnchen, die Menschen mit ihrer Gemütlichkeit und Gelassenheit, die Einsamkeit, und das |
| Angeln am Abendsee!! Einfach alles!! Da nimmt man auch manchmal die schlechten Straßen in Kauf ! Und bei der |
| herrlichen Luft muß ich fast gar nicht mehr husten. Mal sehen, wie es wieder in Deutschland riecht !? In Idre werfen |
| wir noch den Schlüssel beim Touristenbüro ein. Nun geht es über Drevsjö, Agreströmmen und Koppang Richtung |
| Elverum. Die Straßen sind noch ganz leer, und es ist sehr nebelig. Bis Oslo sind es ca. 400 km. Für diese Strecke |
| brauchen wir, bei gemütlicher Fahrt, ungefähr 5 1/2 Stunden. Es sind jetzt 16°C. Um 11:45 Uhr sind wir am Oslo-Kai. |
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| Wir stellen den Wagen am Parkplatz ab und laufen ins Zentrum. Die Sonne scheint. Bei Pizza-Hut essen wir eine Pizza |
| Mexicana und anschließend in Agger- Brygge noch ein Soft-is mit Strösel. Um 15:00 Uhr werden wir eingecheckt. |
| Unsere Kabine liegt auf Deck 5 und hat die Nummer 5310 (linke Seite vorne). Beim Auslaufen um 16:30 Uhr gehen wir |
| an Deck. Vorher bestellen wir einen Tisch für 20:30 Uhr zum Abendessen. Das Essen ist, wie immer, ganz ausgezeichnet! |
| Norbert ißt Garnelencremesuppe, pochierten Lachs mit einer hervorragenden Soße, neue Kartoffeln und Gukensalat. |
| Ich esse eine Zwiebelsuppe, Meeressymphonie bestehend aus Lachs, Steinbeißer,Garnelen und Jacobsmuscheln mit |
| Fenchel und einer Zitronen- und Tomatensoße. Dazu neue Kartoffeln. Alles ist sehr gut abgeschmeckt und schön fürs |
| Auge angerichtet! Als Getränk wählen wir einen 1991er Rotwein aus den Abruzzen. Zum Abschluß noch zwei Espresso. |
| Wie gesagt, alles sehr zu empfehlen! (NKR. 554). Auf dem Schiff eingekauft haben wir auch: 3 Elche, 1 Teddy, |
| 1 Elchwurst, 1 Linieaquavit, 1 Mütze und einen Elchaufkleber. Nach dem Essen habe ich noch NKR. 50 verspielt. Jetzt |
| um 22:30 Uhr ist es immer noch etwas hell. Wir haben leichten Seegang. Ich schreibe noch ein wenig. Bin ganz schön |
| müde. Morgen, so gegen 17:00 Uhr, sind wir wieder zu Hause. |
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| Freitag, 2.8.1996 |
| Ich habe schlecht geschlafen. Jetzt, um 2:00 Uhr, liege ich wach. Mein Kopf dröhnt und das Schiff schaukelt ganz schön. |
| Die Wellen schlagen gegen das Schiff. So liege ich bestimmt über eine Stunde wach. Dann muß ich wohl doch wieder |
| eingeschlafen sein. Als ich wach werde, ist es 6:30 Uhr. Norbert ist auch schon wach. Ich habe fürchterliches Kopfweh. |
| Norbert gibt mir eine Tablette. Draußen scheint die Sonne bei 16°C. Wir duschen und gehen frühstücken. Setzen uns |
| wieder an unseren alten Platz, da ist es schön ruhig. Um 12:30 Uhr werden wir in Kiel anlegen. Es ist jetzt 10:15 Uhr |
| und ich schreibe noch ein paar Zeilen. Zum Einlaufen nach Kiel gehen wir nach draußen. Der Wind blähst recht kräftig. |
| Unser Urlaub ist nun fast zu Ende. Ich muß am Montag wieder arbeiten gehen, und Norbert hat noch drei Wochen frei! |
| Als wir in Kiel vom Schiff fahren, merken wir sofort, daß wir wieder in Deutschland sind. Ein zackiges und unfreundliches |
| ,,Die Pässe,bitte!" läßt uns aus unserer Urlaubsstimmung erwachen! Hallo, Deutschland!!! Die Leute sind oftmals recht |
| unfreundlich und hektisch. Es ist meist überall laut, und es stinkt fürchterlich!! Na ja, bis zum nächsten Urlaub! Durch |
| Kiel durch dann Stau! An der Esso-Tankstelle tanken wir noch mal. Die Autobahn Richtung Berlin ist sehr voll, aber |
| wir kommen in keinen Stau. Alle fahren hier nur wieder sehr rücksichtsvoll und wie die Idioten!! Alles fährt links, und |
| so tuckern wir mit 80-120km/h Richtung Berlin. Um 16:30 Uhr sind wir zu Hause. Leider ist dieser schöne Urlaub nun |
| zu Ende. Wir beschließen aber, bald wieder nach Norwegen und Schweden zu fahren.! |
Sibylle |