Reisebericht   Azoren - Sao Miguel und Lissabon 2005    Seite 1        

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Dienstag, 12.07.05
Es ist wieder soweit. Vier Wochen ausspannen! Immer wieder mal haben wir darüber nachgedacht, auf die Azoren zu
fliegen. Keine Ahnung, warum wir es bis jetzt noch nicht getan haben. Vor vielen Jahren sind wir bei unseren Flügen
in die Karibik immer auf den Azoren zwischengelandet. Die Reise haben wir bei Check-In-Reisen gebucht. Es gibt
nämlich nur einige wenige Anbieter, die die Azoren so individuell anbieten und außerdem auch so ein großes Angebot
an Ferienhäusern vermitteln. Das Unternehmen ist sehr zu empfehlen! Die Beratung ist sehr freundlich und professio-
nell, und man kann sich aus einzelnen Bausteinen alles nach seinen persönlichen Bedürfnissen zusammenstellen lassen.
Da wir auf die Azoren immer über Lissabon fliegen müssen, bietet sich ein Stop in dieser interessanten Hauptstadt an.
Also fliegen wir heute erst einmal bis nach Lissabon und bleiben dort für 3 Nächte. Unser Flug geht schon um7:05 Uhr,
und so müssen wir sehr früh aufstehen. Zu unserem Leid klingelt um 0:45 Uhr auch noch das Telefon, und die Taxi-
Zentrale ist dran. Irgend etwas ist mit der Taxibestellung schief gelaufen. Also noch mal die genaue Zeit angeben.
Hoffentlich klappt es nun! Natürlichkönnen wir jetzt nur schwer wieder einschlafen. Wenn es hoch kommt, haben wir
etwa 3 Stunden geschlafen!! Na ja, da müssen wir nun durch. Das Taxi kommt pünktlich, und um 5:10 Uhr sind wir
auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Wir fliegen mit der SN Brussels Airline in 1 Std. und 25 Min. nach Brüssel. Die
Maschine ist recht klein und nur zu 2/3 ausgebucht. Wir sitzen Reihe 3 Platz 3e und 3f. Der Platz neben uns bleibt frei.
Auf der anderen Seite ist eine Zweierreihe. Übrigens, die Fahrt von zu Hause zum Flughafen kostet 34 Euro! Der Flug
verläuft ruhig, und nun sitzen wir hier in Brüssel auf dem Flughafen und haben ca. 3 Stunden Zeit bis zum Weiterflug
nach Lissabon. Wir leben ja richtig in der Provinz, wenn man diesen Flughafen sieht! Die Bordkarten für unseren Flug
nach Lissabon hat uns die Dame am Schalter in Tempelhof schon ausgestellt. Die Koffer werden bis Lissabon durch-
gecheckt. Um 12:05 Uhr geht unser Flug weiter nach Lissabon. Die 3 Stunden hier in Brüssel vergehen recht schnell.
Es gibt viele schöne Geschäfte und unzählige Bars und Restaurants auf diesem riesigen Flughafen. Die TAP Portugal
fliegt uns in 2 Std. und 25Min. nach Lissabon. Um 13:25 Uhr Ortszeit landen wir in Lissabon. Die Zeit hier ist unserer
Zeit eine Stunde hinterher. Die Temperatur beträgt 31° C. Mit unsere Bordkarte können wir kostenlos den Aerobus
ins Zentrum nehmen. Der Bus hält direkt am Bahnhof Rossio, wo auch unser Hotel Avenida Palace liegt. Mit dem
Aerobus kann man gut fahren, wenn man nur wenig Gepäck hat. Ansonsten empfiehlt sich ein Taxi mit Taxivouchern,
die man am Flughafen bei der Touristeninformation bekommt. Mit Taxivouchern deshalb, weil manche Taxifahrer
ihre eigenen Preise machen. Unser Hotel ist ganz ausgezeichnet!! Das Avenida Palace ist ein Fünf-Sterne-Haus und
liegt sehr zentral genau neben dem Bahnhof Rossio an der Metro Restauratores. Alles ist sehr elegant eingerichtet.
Alle Zimmer sind mit schönen antiken Möbeln ausgestattet. Wir wohnen im 5. Stock. Das Personal ist sehr aufmerk-
sam und freundlich. Im 1. Stock befindet sich das ebenfalls hervorragend ausgestattete Restaurant, wo man auch
das Frühstück einnehmen kann. Wir duschen schnell, und machen uns dann auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Da
meines Erachtens der Michael Müller Verlag sehr gute Reiseführer anbietet, ist auch dieser - Lissabon, Johannes
Beck - unser Begleiter für die nächsten Tage. Anhand von kleinen Routenplänen mit vielen wichtigen Informationen
wie Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants usw., kann man sehr gut, zum Teil direkt zu Fuß oder mit Bus und
Bahn zurechtkommen. Würde ich jetzt hier alles niederschreiben, was es zu sehen gibt, bräuchte ich ein zweites
Büchlein. Also beschriebene Touren gibt es im besagten Reiseführer. Wir machen heute die Tour 1, die Baixa, das
Geschäfts- und Bankenviertel Lissabons, das zwischen dem Rossio und der Praca do Comercio am Ufer des Tejo
liegt. Oberhalb der Baixa liegt der Chiado, das Einkaufsviertel der Stadt. Weitere Infos im Reiseführer. Als wir
losgehen, ist es ca. 16:00 Uhr. Da es lange hell ist, haben wir noch ausreichend Zeit, die Tour in aller Ruhe zu ge-
nießen. Am Abend finden wir oberhalb der Baixa ein schönes Restaurant, wo man draußen sitzen kann. Wir haben
eine fantastische Sicht direkt auf das Castello de Sao Jorge. Ich esse Lamm und Norbert bestellt sich Thunfisch.
Dazu trinken wir einen ausgezeichneten portugiesischen Rotwein (Restaurante Securas- Trinidade Coelho-sehr
schöner Blick!!!). Erschöpft und voller schöner Eindrücke kommen wir wieder ins Hotel zurück. Hier wird einem
noch die Tür aufgehalten, und die Betten werden liebevoll für die Nacht hergerichtet. Jetzt noch unter die Dusche,
und dann fallen wir wie tot ins Bett.
Da fällt mir aber doch noch etwas zum Essengehen ein. Fast immer bekommt man kleine Vorspeisenteller auf den
Tisch gestellt. Diese muss man meist sehr teuer mitbezahlen. Also, am besten immer gleich sagen - nein danke -,
dann nimmt der Kellner die Tellerchen wieder mit.
So, mir fallen gleich die Augen zu. Bis morgen!
                                                                                       
Mittwoch, 13.07.05
Es ist 7:30 Uhr, die Sonne scheint, und auf dem Restauratores zeigt das Thermometer schon 20°C. Die Leute sind
alle auf dem Weg zur Arbeit. Wir aber nicht, ist das herrlich! Unten auf der Straße lärmt der Verkehr, aber hier oben
in unserem Zimmer ist, Dank der eingebauten Lärmschutzfenster nichts zu hören. Nach dem Duschen fahren wir mit
dem Fahrstuhl in den 2. Stock zum Frühstücken. Das Büffet lässt keine Wünsche offen, und auch hier im Restaurant
ist das Personal äußerst aufmerksam. Ist man mit einem Gang fertig, werden sofort ganz unauffällig die Teller abge-
räumt. Gegen 9:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserer Tour Nr. 2 - die Alfama und das Castello Sao Jorge.
Südlich des Castellos erstreckt sich das schönste Altstadtviertel, die Alfama. Die Gassen sind hier so schmal, dass
führer. Gegen Mittag finden wir in der Alfama ein lauschiges Restaurant, wo man im Freien sitzen kann. Hier essen
viele Portugiesen. Wir bestellen Melone mit Seranoschinken und ein Mineralwasser. Auch zwischendurch finden wir
immer mal wieder einen kleinen Laden, wo wir uns eine Flasche Mineralwasser für unterwegs kaufen können. Viel
trinken ist bei der Wärme sehr wichtig. Am Nachmittag haben wir noch so viel Zeit, dass wir uns entschließen, auch
noch einen Teil der Tour Nr. 10 zu machen. Von der Praca do Comercio fahren wir mit der Straßenbahnlinie 18 nach
Belem bis zum Mosteiro dos Jeronimos, dem beeindruckensten Bauwerk Lissabons. Belem ist ein schöner Stadtteil
am Tejo, ca. 7 km westlich vom Zentrum gelegen. Es gibt hier viele schöne Parks, einige Museen, das wunderbare
Kloster und den an der Tejomündung gelegenen Wehrturm Torre de Belem. Auf jeden Fall sollte man sich im Kloster
(Eintritt frei) nicht den Kreuzgang (Eintritt 4,50 €) entgehen lassen! Sehr sehenswert!! Weitere sehr interessante und
gute Informationen im Reiseführer. Ich glaube, heute habe ich etwas viel Sonne abbekommen. Übrigens kostet die
Fahrt mit der Straßenbahn 1,20 € pro Strecke und Person. Mit vielen neuen Eindrücken sind wir gegen 18:00 Uhr
wieder zurück an der Praca do Comercio und gehen noch etwas zu Abend essen. Wir haben heute ein paar Karten
gekauft, und ich werde jetzt noch ein paar Zeilen in die Heimat schreiben.
Gute Nacht!
                                                     
Donnerstag, 14.07.05
In den Betten schläft es sich sehr gut. Wir gehen zum Frühstücken. Einige Wolken sind am Himmel und es zieht sich
ein wenig zu. Aber als wir losgehen, sieht es schon wieder ganz freundlich aus. Die Temperatur jetzt um 9:30 Uhr ca.
25° C. Wir werden heute nach der Tour 4 laufen. Der Start ist direkt bei uns am Restauratores. Die Tour ist als ein
Muss beschrieben, da man immer entlang der Prachtallee Avenida da Liberdade läuft und anschließend in den Stadt-
park Parque Eduardo VII gelangt. Wir empfinden die Tour, bis auf ein paar schöne Häuser und den guten Ausblick am
Ende des Parks, als nicht so sehenswert. Allerdings sollte man sich am Ende der Tour die Metrostation Parque ansehen.
Auf dunkelblauen Wänden findet man Zeichnungen über die Sklaverei, und man sieht Pflanzen, Schiffe und Landkarten.
An der Decke ist die Erklärung der Menschenrechte zu erkennen. Mehr Informationen im Reiseführer. Wir nutzen die
Gelegenheit und fahren mit der Metro zurück zum Restauratores (0,70 € pro Person). Gehen ins Hotel, um uns etwas zu
erfrischen. Dann geht es wieder los. Wir wollen mit einem der 4 Elevadores, einer der Sehenswürdigkeiten Lissabons,
fahren. Der Elevador do Lavra (Standseilbahn) führt uns vom Largo Anunciada (nicht weit von der Praca dos Restaura-
tores, wo unser Hotel liegt) steil hinauf nach Santana, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Baixa haben. Hier oben
befinden sich auch die Deutsche Botschaft und das Goethe-Institut. Durch viele kleine hübsche Gassen geht es zu Fuß
wieder hinunter ins Zentrum. Anschließend steigen wir am Praca Martim Moriz in die Straßenbahn 28. Sie ersetzt ganz
gut die teure Stadtrundfahrt. Wir fahren die gesamte Strecke bis zum sehr sehenswerten Cementerio dos Prazeres. (Mehr
Informationen zur Strecke im Reiseführer). Normalerweise geht man ja nicht unbedingt gerne auf einen Friedhof. Diesen
Friedhof aber, den es schon seit 1833 gibt, sollte man sich unbedingt anschauen. In den schönen Alleen findet man reich-
verzierte Familien-Mausoleen. Unter anderem ruhen hier die wichtigsten Persönlichkeiten Portugals. Wir fahren mit der
Straßenbahn zurück und steigen am Praca do Comercio wieder aus. Wir trinken ein Wasser, essen eine kleine Portion
Schinken, und gehen dann ins Hotel. Einmal kurz unter die Dusche und dann geht es noch mal los zum Abendessen. In
der Rua dos Correeiros suchen wir uns ein nettes Restaurant - das Joao do Grao, ein altes und gepflegtes Restaurant.
Man kann auch draußen in der Fußgängerzone sitzen. War ein guter Tipp des Reiseführers. Sehr zu empfehlen!! Das
Personal ist freundlich und nicht aufdringlich - man kann also in aller Ruhe auf die Speisekarte schauen, ohne laufend
von den Kellnern angesprochen und ins Restaurant gezogen zu werden. Das haben wir hier sehr oft erlebt, und das nervt
ganz schön! Im Joao do Grao stehen die Kellner ganz diskret an der Seite und warten, bis man Interesse zeigt, sich zu
setzen. Das Essen ist hervorragend, und es gibt riesige Portionen. Erst mal bestellen wir eine Flasche Hauswein. Norbert
isst geröstetes Hähnchen mit reichlich frischer Beilage, und ich bestelle mir Schwertfisch. Das war gut und relativ preis-
wert obendrein. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Straßen und gehen dann ins Hotel. Packen ist angesagt, denn
morgen geht es weiter auf die Azoren. Wenn wir wieder mal nach Lissabon fliegen sollten, werden wir auf jeden Fall im
Avenida Palace wohnen, da es in dieser Preisklasse am zentralsten liegt.
Mal sehen, was uns morgen alles erwartet!

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