El Hierro ISLAS
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Reisebericht 1997
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| Freitag, 11.7.1997 |
| Wieder ist ein Jahr vorbei, und der Urlaub steht vor der Tür. Im Mai waren wir schon eine Woche in Dänemark - auf der |
| Insel Fanö. Haben jetzt unseren Haupturlaub. Eine Woche sind wir nun schon zu Hause. Es ist herrliches Wetter mit |
| Temperaturen um die 25°C, und so können wir uns schon gut auf El Hierro einstimmen. Um 9:00 Uhr fahren wir mit dem |
| Taxi zum Flughafen, und um 11:40 Uhr startet unsere Maschine. Wir fliegen mit einer ganz neuen Maschine der Air Berlin. |
| Der Flug dauert 5 Stunden und 10 Minuten. An Bord reicht man uns ein warmes Essen. Es gibt verschiedene Nudelsorten |
| mit Tomatensoße oder Hühnchen mit Reis. Dazu Salat, eine Quarkspeise, ein Stück Kuchen und Kaffee. Wir haben gerade |
| den Luftraum von Frankreich verlassen und befinden uns jetzt um ca. 14:30 Uhr über Spanien. Die Sonne scheint. Mal |
| sehen, ob wir heute noch nach El Hierro weiterfliegen,oder ob wir eine Nacht auf Teneriffa bleiben. Auf jeden Fall müssen |
| wir zum Weiterflug nach Hierro auf Teneriffa-Süd landen. Von dort geht es dann zum Flughafen Teneriffa-Nord. Je |
| nachdem, wie es mit den Anschlußflug nach Hierro klappt, wird dann evtl. noch eine Zwischenübernachtung auf Teneriffa |
| fällig. Jetzt um 15:15 Uhr fliegen wir auf den Atlantik raus. Wir schauen uns einen Zeichentrickfilm an. Kurz vor der |
| Landung gibt es noch einen Kaffee mit Amaretto und etwas Gebäck. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt jetzt |
| eine Stunde. Auf Hierro haben wir die ganze Zeit einen Mietwagen. Wir setzen zur Landung auf Teneriffa an. 27°C und |
| Sonnenschein. Es ist etwas diesig, und es weht ein leichter Wind. Wir sind sehr schnell draußen und müssen auch nicht |
| durch die Paßkontrolle. Eine Dame von Jahn-Reisen erwartet uns bereits. Mit noch vier anderen Leuten werden wir in |
| einem kleinen Bus nach Puerto de la Cruz gefahren. Die Entfernung beträgt etwa 100 km. Hier im Süden ist die Landschaft |
| sehr karg. Doch je weiter wir Richtung Norden fahren, um so grüner wird die Insel. Die Temperaturen sind gut zu ertragen. |
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| Das erste Mal waren wir vor 25 Jahren auf Teneriffa. Seitdem hat sich sehr viel verändert. Der Busfahrer fährt einen flotten |
| Stil und in einer guten Stunde sind wir in Puerto. Wir gehen ins LTI-Hotel Chiripa-Garden. Ein sehr schönes **** Hotel, |
| etwas abseits des Trubels, am Hang gelegen. Die Gartenanlage ist herrlich, und die Zimmer sind schön und geräumig. In d |
| diesem Zwischenstop ist ein Abend-und Frühstücksbüffet inklusive. Wir machen uns etwas frisch und gehen zu Abend |
| essen. Anschließend wollen wir noch in den Ort laufen. Das Essen ist sehr gut! Salatbüffet, Vorspeisenbüffet und Suppen. |
| Dazu zwei Gerichte zur Auswahl, die am Tisch serviert werden. Wir essen beide Rinderfilet mit Möhren und Broccoli |
| überbacken. Anschließend bedienen wir uns dann noch am Dessert-und Käsebüffet. Und natürlich darf der Wein nicht |
| fehlen. Wir trinken eine Flasche trockenen Insel-Rotwein und Selter. Die Getränke müssen wir natürlich selber bezahlen. |
| Es hat hervorragend geschmeckt (Getränke 1525 Peseten). Laufen jetzt noch runter in den Ort. Es gibt einen Weg hinunter |
| über viele Stufen, der sehr schön ist. In ca. 15 Minuten sind wir unten. Mal für ein-zwei Tage oder Weihnachten eine Woche |
| Urlaub kann man ja hier aushalten; aber nicht länger!Ist uns einfach zu viel Trubel. Die Meerwasserschwimmbecken gab |
| es schon vor 25 Jahren. Sie sind wunderschön angelegt und man kann ewig lange darin umherschwimmen. Überall blüht |
| es und wir erkennen viele Pflanzen wieder, die es bei uns in den Blumenläden im Kleinformat zu kaufen gibt. Es ist jetzt sehr |
| schwül und wir laufen langsam wieder zum Hotel zurück. Da unser Weiterflug nach El Hierro morgen schon um 8:00 Uhr |
| startet, werden wir uns um 5:00 Uhr wecken lassen. Zu 5:45 Uhr haben wir das Frühstück bestellt, und um 6:30 Uhr |
| werden wir abgeholt und zum Flughafen Teneriffa-Nord in Los Rodeos gefahren. Sind nun beide ganz schön müde. Bis |
| jetzt hat alles hervorragend geklappt. Gute Nacht! |
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| Samstag, 12.7.1997 |
| Die Nacht war ja sehr kurz. Um 5:00 Uhr ruft der Nachtportier an und weckt uns. Es sind noch einige andere Leute auf |
| den Beinen. Das Buffet ist noch nicht ganz aufgebaut. Es gibt aber schon reichlich Auswahl, so daß man gut frühstücken |
| kann. Unser Bus ist pünktlich, und um 7:00 Uhr sind wir am Flughafen. Langsam wird es hell, und das Wetter ist herrlich. |
| Um 8:00Uhr starten wir von Teneriffa-Nord Richtung El Hierro. Unser Flug dauert 35 Minuten. |
| Binter heißt die Fluglinie; noch nie gehört. Wir scheinen die einzigen Deutschen in der kleinen Maschine zu sein. |
| Der Flughafen auf Hierro ist ganz neu. Wir werden schon erwartet. Eine Dame von Jahn-Reisen übergibt uns den |
| Mietwagen und einige Informationen. Es ist ein Fiat Punto silbermetallic und 14.000km gefahren. Wir haben den Wagen |
| die ganzen drei Wochen. Fahren jetzt vom Flughafen zu unserem Apartment auf der anderen Seite der Insel nach Tiganday |
| Es ist 9:00 Uhr. Fahrzeit für ca. 40km etwa 1 Stunde! Die Straßen sind größtenteils ganz neu, aber sehr kurvenreich. |
| Noch ist die Temperatur recht angenehm.Die Landschaft ist wunderschön. Wir sind fast alleine auf der Straße. Kaum |
| ein Auto kommt uns entgegen. Die Berge sind noch wolkenverhangen. Langsam fahren wir immer höher, bis wir plötzlich |
| in die Wolken eintauchen. Als wir wieder aus der Wolkendecke herausfahren, zeigt sich uns ein phantastischer Ausblick!! |
| Die Sonne strahlt, und unter uns die Wolken, aus denen die Bergspitzen herausragen! Ein wunderbares Erlebnis! |
| Langsam, und in vielen Kurven, geht es nun wieder bergab. Wir sind jetzt in El Golfo, wo wir auch wohnen. El Golfo ist |
| ein riesiges fruchtbares Tal an der Südwestseite der Insel. Die Apartments liegen wunderschön! Es sind fünf Wohnungen |
| mit einem kleinen Swimmingpool und einem Tennisplatz. Die Anlage wird von einer Münchnerin verwaltet. Sie lebt hier |
| schon seit 10 Jahren mit ihrem spanischem Freund. |
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| Wir beziehen Apartment B mit herrlicher Aussicht über das Tal. Rundherum ist alles überaus üppig bewachsen. Wir |
| packen aus und machen uns erst einmal etwas frisch. Dann geht es runter in den Ort zum Einkaufen. Der Supermarkt in |
| Tigaday ist sehr klein, voller Menschen und recht chaotisch! Dagegen ist der in Frontera schön groß und geräumig. Hier |
| läßt es sich gut einkaufen. Jeden Sonntag ist an der Tankstelle ein kleiner Markt, wo die Einheimischen ihre Waren |
| anbieten. Morgen wollen wir dann nach dem Marktbesuch nach Valverde zur Prozession fahren. Alle vier Jahre findet |
| nämlich auf El Hierro das größte Fest der Insel statt - die Bajada de la Vigin de los Reyes. Bei dieser Prozession wird |
| die Marienfigur von ihrer Eremita nach Valverde getragen, begleitet von Bailarines(Tänzerinnen in weiß-roten Trachten |
| mit buntbebänderten Hüten und mit Kastanetten), von Trommlern, Flötenspielern und der gesamten Inselbevölkerung. |
| Einen Monat dauert dieses Fest. In jedem Dorf wird bis zur Erschöpfung getanzt und ausgiebig gefeiert. Der Überlieferung |
| nach soll die Marienfigur am 6. Januar1546, dem Tag der Heiligen Drei Könige, einem Kubafahrer bei einem Sturm in |
| der Nähe des heutigen Fischerhafens Orchilla verloren gegangen sein. Das Standbild wurde zunächst in einer Höhle, der |
| ,,Cueva de la Virgin", aufbewahrt. ,,Die Jungfrau der Könige" wird diese Figur auch genannt. Anfangs wurde die Jungfrau |
| als Patronin der Hirten und des Viehs in der Gegend um Dehesa verehrt. Doch schon bald, ab dem Jahr 1577, wurde |
| sie zur Schutzpatronin der Insel. Mangels anderer wirksamer Mittel rief die Bevölkerung sie bei verheerenden |
| Hungersnöten, in trockenen Jahren, bei Epidemien und Überfällen um Hilfe an. Man schreibt der Jungfrau zahllose |
| Wunder zu. Der Ursprung des Festes, ,,Herabstieg der Jungfrau der Könige", liegt im Hungerjahr 1614. Fast alle |
| Brunnen der Insel waren ausgetrocknet. Die Hirten verlangten von den Autoritäten, die Jungfrau in die Hauptstadt der |
| Insel zu bringen,dort zu lassen, und eine Gebetswoche anzuordnen. Als das abgelehnt wurde, weil die weltliche und die |
| geistliche Obrigkeit nicht so recht an die Wirksamkeit dieser Maßnahme glauben wollte, brachen die Hirten die Türen |
| der Eremita auf. Die,,entführte" Jungfrau wurde in der Nähe der Hauptstadt in der Cueva de Lenos aufgestellt, und |
| in einer Prozession in die Kirche geholt. Sie hatte kaum die Kirchenschwelle überschritten, als das geschah, was man |
| von der Jungfrau erwartete: es regnete tagelang auf der Insel!! Und so ist es für uns ein großartiges Erlebnis, bei einem |
| so wichtigen Ereignis dabei zu sein. Wirklich die ganze Insel feiert mit! |
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| Nachdem wir einkaufen waren, fahren wir zum kleinsten Hotel der Welt, dem Punta Grande (4 Zimmer und ein sehr zu |
| empfehlendes Restaurant). Hier kann man abends von 19:00-21:30 Uhr hervorragend essen. Das Haus steht unter |
| italienischer Leitung. Wir nehmen uns vor, mal einen Abend einen Tisch zu reservieren. Eine Vorbestellung ist unbedingt |
| anzuraten. Auf dem Rückweg essen wir dann in Rosis Restaurant zu Mittag. Norbert bestellt Schweinefleisch gegrillt, |
| und ich esse einheimischen Fisch (ähnlich wie Thunfisch-sehr schmackhaft!). Dazu gibt es die leckeren, in Salzwasser |
| gekochten Kartoffeln, frisches Brot, Aioli, rote Mojosoße und außerdem noch einen recht schmackhaften Salat. Dazu |
| trinken wir ein Kanarisches Bier und Selter (4.750 Peseten). Wieder zurück in unserem Apartment, stellen wir das Auto |
| ab und laufen noch etwas runter in den Ort. Es gibt einige kleine Läden und ein paar Restaurants, vereinzelt auch hier |
| und da eine hübsche Pension. Wir sind aber der Meinung, daß unsere Unterkunft am schönsten liegt. Mit ein paar |
| Postkarten, einem Inselplan und einem wunderbaren Kanarischen Kochbuch machen wir uns wieder auf den Heimweg. |
| Die Straße hinauf zum Apartment ist recht steil, und so wird gleich noch einmal der Kreilauf angeregt. Gegen 21:30 Uhr |
| wird es hier dunkel und zum Abend kühlt es sich ordentlich ab. Es ist aber sehr angenehm, und so sitzen wir, eingepackt |
| in einen kuscheligen Pullover, noch etwas im Dunkeln auf der Terrasse und genießen bei einem Glas Insel-Rotwein |
| den phantastischen Ausblick!! Nachdem wir noch Deutsche Welle gehört haben, fallen wir erschöpft ins Bett. Mal sehen, |
| was uns morgen auf dieser herrlichen Insel erwartet. |