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BD14828_.GIF (192 Byte) Reisebericht 1997               Seite 2


Sonntag, 13.7.1997
Es ist bewölkt und nebelig. Wir haben beide gut geschlafen und gemütlich auf der Terrasse gefrühstückt. So gegen
9:30Uhr fahren wir nach Valverde zur Prozession. Auf der Fahrt ist es so nebelig, daß wir kaum 10 Meter weit sehen
können. Wenn man über die Berge zur anderen Seite der Insel fährt, passiert man auf dieser Strecke eine Höhe von
ca. 1350m. In Valverde klärt es langsam auf. Die Tänze der Bailarines sind wirklich ein Erlebnis. Der Ort quillt über
vor Menschen. Von der ganzen Insel sind sie angereist. Etwa um 13:30 Uhr fahren wir wieder Richtung Frontera
und biegen zum Mirador de la Pena. Hier erbaute man nach den Entwürfen des Künstlers Cesar Manrique einen
prächtigen Aussichtspunkt mit einem hervorragenden Restaurant. Es hat sich aufgeklärt, und die Sonne brennt
nun um 14:00Uhr ganz schön heftig. Da das Restaurant als ,,sehr empfehlenswert" beschrieben wird, werden wir
es gleich einmal ausprobieren und etwas zu Mittag essen. Die Aussicht vom Restaurant ist unbeschreiblich!! Für
die Errichtung der Anlage wurden überwiegend ortstypische Materialien verwendet. Wir bekommen einen schönen
Tisch direkt an den riesigen Fensterscheiben, die man scheinbar nahtlos in den Felsen gesetzt hat. Das ist schon ein
schönes Fleckchen Erde, und wir genießen den phantastischen Panoramablick über das Tal von El Golfo!! Der Service
ist erste Klasse, und wir werden von mehreren Kellnern sehr aufmerksam bedient!  Das Essen ist ausgezeichnet!
Zuerst serviert man einen Salat und eine kalte Gemüsesuppe. Danach ißt Norbert ein Schweinefilet und ich ein
Entrecote. Dazu trinken wir einen 89er Inselrotwein Reserva trocken. Sehr gut!! Zum Schluß dann noch ein Dessert;
Ananas von der Insel und einen Espresso (6.500 Peseten). Und dann ist da bei diesem gelungenen Essen der immer
wiederkehrende atemberaubende Ausblick, von dem man sich nur schwer trennen kann. Alles in allem ein wirklich
gelungener und sehr zu empfehlender Ort!! Wir nehmen uns vor, hier noch mal zu essen-vielleicht mal abends. Jeden
Sonntag-und Montagabend ist geschlossen, sonst immer von 12:30-15:30 Uhr und von 19:00-22:30 Uhr geöffnet. Nach
diesem herrlichen Essen fahren wir nun wieder zurück nach Tigaday. Auch hier scheint jetzt die Sonne, aber sie steht
schon recht tief über dem Meer. Nur einige dicke Abendwolken hängen an den Bergspitzen. Wir setzen uns auf die
Terrasse und reden bei etwas Käse, Tomaten und einem Schluck Wein über Gott und die Welt. Es ist jetzt 20:45 Uhr
und die Luft ist sehr angenehm. Morgen wollen wir die nähere Umgebung erkunden. Bis dann!
 
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Montag, 14.7.1998
Das Wetter ist schön, und es hängen kaum Wolken an den Bergen. Bestimmt erwartet uns heute ein sehr heißer
Tag. Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Sabinosa und zum Leuchtturm ,,Faro de Orchilla". Sabinosa ist ein
hübsches kleines Fischerdorf. Etwas unterhalb des Dorfes liegt La Rosa. Hier befindet sich die ,, Pozo de La Salut",
eine sehr radiumhaltige Heilquelle. Das Wasser kann innerlich wie äußerlich angewandt werden und wirkt gegen
die verschiedensten Krankheiten. Wir fahren weiter zur ,,Playa del Verodal", Hierros längstem Strand mit rötlichem
Sand. Hier kann man gut baden und Picknick machen. Weiter geht es über eine  noch neue, aber sehr schmale Straße
zum Leuchtturm. Die unbefestigte  Straße führt immer am Abhang entlang; mal bergauf und mal bergab. Sehr
deutlich ist hier noch die Ursprünglichkeit der Insel zu sehen! Riesige Lavafelder, soweit das Auge reicht! Die
Sonne brennt jetzt ganz schön, und wir müssen uns ständig einreiben. Nach einer kleinen Pause am Leuchtturm
machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wollen noch mal an den Quellen Halt machen, um in einem kleinen
Restaurant etwas zu Mittag zu essen. Unterwegs, noch ziemlich oben am Berg, stehen zwei ältere Damen an der
Straße. Wir nehmen sie mit. Sie kommen von Ristinga, sind mit dem Bus bis El Pinar gefahren und dann weiter
gelaufen über den El Mercader (1252m) bis oberhalb des Leuchtturmes, wo wir sie dann mitgenommen haben.
Eine ordentliche Tour!! Während unseres Gesprächs stellt sich heraus, daß sie auch aus Berlin kommen. Sie
wollen auch noch eine Kleinigkeit essen. Norbert ißt so etwas wie Gulasch und ich esse Peto. Das ist ein recht
großer Raubfisch aus dieser Region. Sieht aus wie Thunfisch, hat sehr festes Fleisch und schmeckt hervorragend!
Dazu gibt es Papas Arrugadas(in Salzwasser gekochte und gedämpfte Kartoffeln), Brot und eine grüne Mojosoße.
Als Vorspeise bestellen wir eine Pescadosuppe (Fischsuppe). Und zu allem paßt am besten ein Vino Tinto de Pata.
Zum  Abschluß wählen wir dann noch Pina (Ananas) und einen Café con leche (Kaffee mit Milch). Alles zusammen
1.725 Peseten. Wir nehmen die beiden Frauen bis Frontera mit und fahren dann zurück zum Apartment. Da wir
am Donnerstag unten in einem alten Guanchen-Dorf (Museumsdorf) die seltenen Rieseneidechsen sehen
möchten, müssen wir uns eine Sondergenehmigung besorgen. Es werden nur Gruppen bis maximal 20 Personen
zugelassen. Es ist 18:30 Uhr, und wir machen noch einen Spaziergang runter in den Ort. In einer kleinen Bar
trinken wir einen Vino Tinto de Pata. Er schmeckt fast überall gleich gut und ist sehr gehaltvoll. So gegen
21:00 Uhr geht die Sonne unter. Dann bis morgen !
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Dienstag, 15.7.1997
Um 8:00 Uhr kräht, wie immer, der Hahn. Zu Hause ist es jetzt erst 7:00 Uhr. Heute ist es fast klar, und die Sonne
scheint schon über den Berg. Wir wollen heute ein wenig unsere Umgebung erkunden. In der El Golfo-Region gibt
es viel Obstanbau. Hauptsächlich werden Bananen, Ananas, Papayas und Wein angebaut. Auch die Feigen sollen
sehr gut schmecken. Wir fahren durch große Ananas-und Bananenplantagen. Wahrscheinlich wegen der ständigen
starken Winde ist alles überdacht. Überall sind Leitungen verlegt, um alles gut zu bewässern. Die Ananas-Ernte ist
dreimal im Jahr. Auf der Fahrt nach Punta Grande gibt es einige schöne Buchten, in denen Meerwasserbecken
angelegt wurden - unter anderem die Punta de Tejegnate. Sehr schön, mit vielen Stufen und einem schönen
Picknickplatz. Direkt in Punta Grande entsteht ein riesiges Badeparadies mit mehreren Becken, Springbrunnen,
Fontänen und Wasserfällen. Alles sehr schön und aufwändig!! Den gesamten El Golfo entlang liegen überall
versteckt hübsche Meerwasser-Schwimmbecken, in denen man gut baden kann. Weiter geht es nun unterhalb der
Hauptstraße auf einer sehr! schlechten Sandpiste Richtung Casa Rosa und dann wieder zurück nach Tigaday.
Es ist 14:00 Uhr, und die Sonne brennt ordentlich. An den Bergen ist nicht eine Wolke zu sehen. Gehen in einer
Pizzeria essen. Es schmeckt fürchterlich; wie Schuhsohle mit Käse!! Nur der Rioja ist gut. Nach einer Siesta
fahren wir ins Dorf zum Einkaufen. Außerdem ist Faulenzen und Baden angesagt. Morgen wollen wir nach
Restinga fahren. Gute Nacht!
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Mittwoch, 16.7.1997
Heute bin ich vom Katzengeschrei aufgewacht.. War ganz schön was los! Auf der Terrasse liegen büschelweise
Katzenhaare herum. Die müssen so gekämpft haben, daß sogar die die Leiter hinterm Haus umgefallen ist. Es ist
erst 2:00 Uhr, und ich kann nur sehr schlecht wieder einschlafen. Um 6:00 Uhr werde ich erneut wach, da kräht das
erstemal der Hahn. Dann schlafe ich sehr unruhig weiter bis etwa 7:45 Uhr. Ich stehe auf, mache mich fertig und
beschließe, ins Dorf runterzulaufen, um frische Brötchen zu holen. Nix Brötchen - weder bei uns im Dorf noch in
Frontera!! Die beiden Läden machen erst um 9:00 Uhr auf - und warten mag ich nicht 20 Minuten. Also wieder
hoch ohne Brötchen. Das geht ganz schön in die Beine, 10% - 20% Steigung!! Gegen 10:00 Uhr fahren wir dann
Richtung Restinga. Über dem Meer ist es heute verhangen und an den Bergen ganz klar. Bis Restinga sind es
ungefähr 45 km. Wir fahren durch einen herrlichen Pinienwald. In El Pinar machen wir Halt. Der hübsche kleine
Ort liegt direkt steil am Hang und läd zu einem Spaziergang durch die malerischen Gassen ein. Weiter geht es
nach La Restinga. Dieser Ort lebte früher ausschließlich von der Fischerei. Inzwischen gibt es einige kleine
Pensionen, und der Tourismus hält ganz langsam Einzug. Leider wird am Rande des Dorfes auch ein größeres
Hotel gebaut. Sehr zu empfehlen sind allerdings mehrere kleine Fischrestaurants, in denen man herrlich frisch
zubereiteten Fisch essen kann. Es gibt Muräne, Papageienfisch und viele andere Fischsorten. Natürlich kann
man auch Fleisch essen. Überall werden wir sehr freundlich begrüßt. Langsam machen wir uns wieder auf den
Rückweg. Unsere Fahrt geht durch riesige Lavafelder. Man kann noch deutlich erkennen, wo die heißen Massen
hingeflossen und dann erstarrt sind. Auf einer noch relativ neuen Straße fahren wir zu einer kleinen Bucht. Hier
kann man sehr schön baden. Auch Picknick-Plätze sind wieder vorhanden und eine kleine Bar. Hinter El Pinar
biegen wir links ab, und fahren auf einer ganz neuen, sehr kurvenreichen Straße durch einen wunderschönen
Wald, bis wir wieder die Hauptstraße erreichen, um nach Valverde weiterzufahren. Am Mirador de Jinama
machen wir Halt. Von hier hat man einen phantastischen Blick über El Golfo. Am späten Nachmittag sind wir
wieder an unserem Apartment und springen gleich in den Pool, um uns zu erfrischen. Laufen noch mal runter
ins Dorf. Es ist jetzt leicht bewölkt, und die Temperatur ist sehr angenehm. Zum Abendbrot machen wir es uns
bei einem wunderschönen Sonnenuntergang auf unserer Terrasse bequem. Das Licht ist phantastisch und es sieht
aus wie Alpenglühen! Bei einem Glas Wein sitzen wir noch lange draußen und genießen die einmalige Stimmung
und unterhalten uns recht nett mit unseren Nachbarn. Sie kommen aus Wiesbaden. Morgen wollen wir zu den
Rieseneidechsen.

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