Reisebericht   La Palma 2006    Seite 3        

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Freitag, 28.07.06
Um 6:00 Uhr kräht der Hahn und ich werde wach. Es wird wohl wieder ein ganz klarer Tag mit etwa 26°C. Bei uns zu
Hause geht derweil die Hitze weiter mit bis zu 36°C! Heute ist Faulenzen angesagt. Ich werde jetzt noch ein paar Kar-
ten schreiben. Wir fahren nach El Paso und stecken die Karten in den Briefkasten. Bis 4.8. gibt es überall klassische
Musikaufführungen. In El Paso hat sich viel getan. Das Rathaus hat einen hübschen Farbanstrich bekommen und der
große Platz bekommt auch ein neues Outfit. Überhaupt sind viele Häuser mit bunten Farben angestrichen. Das sieht
sehr hübsch aus. Wir fahren wieder zurück zum Haus. Ich setze mich unter den Mandelbaum in den Schatten und lese
in unserem La Palma-Buch. Der Wind frischt auf, und so ist es im Schatten schon etwas kühl. In der Sonne zu liegen
halte ich aber auch nicht sehr lange aus, und deshalb kann ich es auch gar nicht verstehen, wie so mancher stunden-
lang in der Sonne braten kann. Na ja, jedem das Seine! Gegen 18:00 Uhr fahren wir runter nach El Remo zum Essen.
Ich bestelle noch mal den Gallo (Flügelbutt) und Norbert ißt Fischkroketten. Dazu einen Salat und Vino de la Casa.
Mein Fisch ist wieder ausgezeichnet. Norberts Kroketten sind nicht schlecht, kommen aber vom Geschmack her nicht
an die Thunfischkroketten von Faro heran! Es sitzt sich sich wieder herrlich hier direkt am Meer. Es ist Freitag und
Einheimische sind noch beim Baden oder beim Angeln. Wir genießen es, dass es im Restaurant noch nicht so voll ist.
Die meisten Einheimischen kommen erst gegen 20:30 Uhr zum Essen. Es ist ganz klar jetzt um 19:00 Uhr, und der Ho-
rizont ist gestochen scharf. Auf dem Rückweg machen wir bei herrlichem Licht noch ein paar schöne Aufnahmen in den
Bananenplantagen. In Puerto Naos kaufen wir in einem hübschen kleinen Laden eine herrlich bemalte Eidechse aus
Holz. Sie bekommt zu Hause ein schönes Plätzchen. Eine hübsche Schale mit Fischmotiven nehmen wir auch noch mit.
Wir wollen jetzt noch kurz nach El Paso fahren und schauen, wo sie die Klassik spielen. Leider drinnen. Das ist aber
schade.So laufen wir noch mal zur Kirche hinauf und fahren dann zurück zum Haus. Wir schauen Nachrichten. Es ist
jetzt 22:30 Uhr, und ich werde noch etwas lesen.
Dann, bis morgen!
                                                                    
Samstag, 29.07.06
Herrlicher Sonnenschein, und an den Bergen hängen ein paar kleine Wölkchen. Es ist noch recht frisch, und so kann
man zum Frühstück auf der Terrasse noch gut einen Pullover vertragen. Wir kaufen schnell etwas ein und fahren dann
hinauf zur Cumbre nach El Pilar. Kurz vor dem Tunnel Richtung Flughafen windet sich die Straße erst durch einen herr-
lichen Kiefernwald und dann durch Lava- und Aschefelder hinüber zur Ostküste. Hier oben treffen sich die palmerischen
Familien am Sonntag zum Picknick. Es gibt rustikale Tische und Bänke, Grillplätze mit Holz, Wasser, Toiletten und Spiel-
plätze für die Kinder. Man hat genug Platz und sitzt den anderen nicht gleich auf der Pelle. Herrlich kühl ist es unter den
Kiefern, und auf den Kiefernadeln am Boden läuft man wie auf einem Teppich. Der ideale Ort, wenn es unten im Ort zu
heiß ist. Die Ostküste liegt unter einer Wolkendecke. Wir fahren hinunter nach Mazo. Am Markt werden schon eifrig die
Stände aufgebaut. Alles was La Palma an Köstlichkeiten zu bieten hat , wird hier verkauft. Sollte man mal gesehen haben,
ist uns aber schon zu touristisch. Unten in der schönen Kirche San Blas von 1512 findet gerade eine Trauung statt. Wir
fahren weiter nach El Molino, einer alten Mühle. Hier befindet sich die bekannteste Keramikwerkstatt der Kanaren.
Nach alten Formen und Mustern der Guanchen werden wunderbare Tongefäße hergestellt. Sehr schön, aber nicht billig.
Wir haben mittlerweile auch schon einige Teile zu Hause zu stehen. Weiter geht es , am Flughafen vorbei, nach Los Can-
cajos. Das war ja vor 30 Jahren noch unsere erste Urlaubsadresse auf La Palma. Mittlerweile hat sich natürlich einiges
getan. Man hat nicht hoch gebaut, aber leider, für die ca. 15.000 Touristen jedes Jahr auf der gesamten Insel, zu viel.
Etliche Wohnanlagen und Geschäfte stehen leer. Viele Anlagen sind ungepflegt und hinterlassen einen erbärmlichen
Eindruck. Schade! Auch hier könnte man einiges tun, damit man sich wohlfühlt. Weniger ist nun mal mehr! Wir trinken
einen Kaffee und fahren durch den Tunnel wieder rüber an die Westküste. Herrlich Sonnenschein empfängt uns hinter
dem Tunnel. Oben am Pass hatten wir an der Ostküste teilweise nur 18°C. Hier auf der Westseite, bedingt durch die
Sonne , sind es momentan 26,5°C. Zurück an unserem Haus lassen wir es uns gut gehen und lesen ein wenig. Nach einer
erfrischenden Dusche fahren wir nach Los Llanos zum Essen. Wir essen im El Hidalgo, welches uns auch schon vor zwei
Jahren so gut gefallen hat. In einem kleinen gemütlichen Innenhof eines alten restaurierten kanarischen Hausesbewirtet
eine Deutsche ihre Gäste. Wir essen einen Rinderfiletspieß mit Paprikagemüse. Als Vorspeise bestellen wir Seranoschin-
ken und einen gemischten Salat. Als Nachspeise wählen wir Karamellpudding nach Art des Hauses und einen Cortado mit
Schuß. Dazu trinken wir natürlich wieder einen Vino tinto, eine Flasche Hoyo de Mazo 2004. Alles äußerst schmackhaft
und sehr zu empfehlen! Die Bedienung ist sehr freundlich und aufmerksam! Wir zahlen 50 Euro. Das ist ok. Anschließend
vertreten wir uns noch ein wenig die Beine und schauen beim La Luna vorbei. Das La Luna ist Galerie und Musikkaffee
und ein sehr beliebter Treffpunkt für den Abend und bis spät in die Nacht. Dienstags und donnerstags treten Solisten und
Musikgruppen auf. Wir wollen einen Abend mal auf ein Glas Wein herfahren. Es ist jetzt 21:30 Uhr und wir fahren wieder
hinauf zu unserem Haus. Wir schauen noch Nachrichten und gehen dann schlafen.
Ein schöner Tag geht zu Ende!
                                                      
Sonntag, 30.07.06
Heute ist es recht kühl, aber ganz klar. Den Vormittag lassen wir ruhig verstreichen. Ich mache eine Waschmaschine an
und wische derweil das Haus. Schreibe noch ein paar Postkarten und lese etwas in der Zeitung. Gegen 13:00 Uhr fahren wir
runter nach Argual. Wir wollen in La Casona de Argual zu Mittag essen. Auf dem Marktplatz ist noch einiges los. Sonntags
ist hier nämlich immer Markt. Leider hat das Restaurant zu. Na ja, dann fahren wir nach Los Llanos. Auch hier haben alle
Restaurants, die uns gefallen würden geschlossen, und öffnen erst am Abend. Dann versuchen wir es in Todoque im Restau-
rante ,, Cervantes". Hier sind wir die Jahre schon oft vorbeigefahren oder haben auf die Speisekarte geschaut. Es war aber
immer geschlossen. Nur Sonntags ist mittags geöffnet, sonst nur abends. Donnerstags ist Ruhetag. Eigentlich hat es uns auch
etwas gestört, dass es direkt an der Strasse liegt. Nun werden wir vom Gegenteil überzeugt. Wir sind mehr als angetan als
wir dieses hübsche, kleine Restaurant betreten! Alles ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Man sagte uns auch, dass es
nicht gerade preiswert sei. Das finden wir nicht, denn für gute Qualität am Essen und nettes Ambiente zahlen wir gerne einen
angemessenen Preis! Es lohnt sich wirklich, mal in díeser kleinen Oase vorbeizuschauen! Es gibt nur 9 oder 10 Tische. An den
Plätzen liegen hübsche kleine Einstecktaschen für das Besteck, und an jedem Tisch liegt ein Fächer, falls einem zu warm ist,
oder man evtl. aufsteigende Hitze bekommt, wie ja bekanntlich ab und an mal  in unserem Alter! Zwei kleine Sonnenschirme
stehen aufgespannt im Restaurant. In die Schirme sind kleine Sternlämpchen mit Tüll dekoriert. In der Ecke steht eine wun-
derschöne alte Standuhr, die halbstündlich ihren Schlag ertönen lässt. Ein kleines Regal ragt in den Raum, auf dem sich un-
zählige eingemachte Köstlichkeiten und Weine befinden. Auch verschiedene Grappasorten kann man zum Mitnehmen er-
werben. Das Restaurant wird von einer Deutschen und einem Spanier geführt. Er ist Koch und bereitet das hervorragende
Essen zu. Wir bestellen als Vorspeise Ziegenkäse von La Palma mit Tomaten. Ich esse als Hauptgericht Ziegenragout mit
Quitte, Gemüse und Naturreis. So ein Ziegenfleisch habe ich noch nie gegessen!! Es schmeckt hervorragend, und es ist so
gut mariniert, dass der strenge Ziegengeschmack kaum mehr wahrzunehmen ist. Norbert isst Maccaroni Alfredo, auch sehr
gut zubereitet mit Gorgonzola, Schinken und Gewürzen. Alles ist sehr nett fürs Auge dekoriert. Norbert bekommt noch einen
gemischten Salat. Zum Nachtisch esse ich noch ein Eis mit Himbeeren von La Palma und trinke einen Grappa mit Sahne ver-
feinert. Norbert genießt einen Grappa. Wir sind sehr zufrieden, und können nur jedem empfehlen, hier mal essen zu gehen.
Und so beschließen wir, abends mal öfter vorbeizuschauen. Selbst die liebevoll ausgestattete Toilette ist einen Besuch wert!
Wo hat man es schon, dass man ein kleines Handtuch nur für sich hat, und es dann in den unter dem Waschbecken befind-
lichen Korb werfen kann. Alles in allem bezahlen wir 46 Euro, und finden, der Preis ist angemessen. Übrigens hatten wir noch
einen sehr guten Vino tinto de la Casa und Agua con gas. Also, solltet Ihr mal auf La Palma sein, rein ins ,,Cervantes" und
genießen!! Es lohnt sich! Auch die Strasse direkt durch Todoque hat uns, dank der herrlichen und leise im Hintergrund spie-
lenden Musik, nicht gestört. Wir fahren wieder nach oben zu unserem Haus und faulenzen. Gegen 19:00 Uhr fahren wir runter
nach Tazacorte und laufen ein wenig durch die kleinen engen Gassen. Sehr hübsch ist es hier zwischen den vielen alten Häu-
sern. Auch das Bananen-Museum befindet sich hier. Von der erhöhten Plaza an der St Michaels Kirche hat man einen herr-
lichen Blick auf das Meer und die Bananenplantagen. Gegen 21:00 Uhr sind wir wieder oben an unserem Haus und sitzen
bei einem Glas Wein und kleinen Köstlichkeiten auf unserer Terrasse.
Dann angenehme Nachtruhe!
                                                                      
Montag, 31.07.06
Guten Morgen, heute ist es recht windig, aber ganz klar. Zum Frühstücken braucht man schon einen Pullover. Wir fahren
Richtung Garafia immer an der Westküste entlang. In Puntagorda wird schon für ein bevorstehendes Fest der Dorfplatz
geschmückt. In Garafia selber hat sich noch nicht viel verändert. Heute haben wir aber Glück, die schöne restaurierte Kir-
che aus dem Jahre 1552 ist offen, und so können wir sie endlich auch mal von innen sehen. In dem ersten Restaurant am
Platz rechts oberhalb der Kirche essen wir zu Mittag (wie auch schon vor zwei Jahren). Ich esse Lamm und Norbert Kar-
toffeln gefüllt mit Hackfleisch. Dazu trinken wir einen sehr guten Vino blanco de la Casa aus Garafia. Alles sehr gut und
preiswert (mit Quesillo 26 Euro). Wir fahren weiter. Hier und da kommen wir an schönen alten Mühlen und an herrlichen
Drachenbäumen vorbei. Auch das Restaurante ,,Azul", welches im Reiseführer als das beste Restaurant der Insel ange-
geben ist, schauen wir uns an. Es liegt sehr abseits der Hauptstrasse, in der Nähe von Las Tricias, 3km eine enge Strasse
hinauf. Nur Freitag, Samstag und Sonntag ist von 14:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Ein Österreicher ist der Eigentümer und
Koch zugleich und verwöhnt die 20 Gäste, die hier nur Platz finden. Es ist wunderschön hier oben, und man könnte denken,
man ist auf der Alm. Es muss aber weithin bekannt sein, trotz der Abgelegenheit, denn um Reservierung wird gebeten. Über
Tijarafe fahren wir wieder zurück nach El Paso, wo wir im Supermarkt einkaufen gehen. Übrigens hat der Wind aufgefrischt.
In Garafia war es sogar recht stürmisch, und an einigen Stellen konnte man gar nicht den Fotoapparat halten. Um 19:00 Uhr
sind wir wieder zu Hause. Jetzt machen wir es uns gemütlich. Ich setze mich noch etwas in die Sonne und lese. Obwohl die
Sonne jetzt schon recht tief steht, sollte man sich nicht täuschen, und sich auch um diese Zeit noch gut mit Sonnenschutz ein-
cremen. Es ist sehr windig, und so werden wir im Haus zu Abend essen. Wir haben übrigens Besuch, die beiden Hunde aus
der Nachbarschaft sind bei uns. Seitdem ich ihnen ein Stück Schinken gegeben habe, weichen sie uns nicht mehr von der
Seite. Der eine scheint schon ein alter Herr zu sein und ist sehr zutraulich. Der andere Hund ist sehr scheu und hat sicher-
lich schon schlechte Zeiten erlebt. Sie haben aber beide ein Halsband um, und sie werden uns wohl für den Rest des Urlaubs
Gesellschaft leisten. Wir sind schon lange im Haus und schauen noch Nachrichten, da liegen sie beide immer noch draußen
im Garten. Morgen wollen wir nach Los Llanos einige Dinge erledigen und mal nach einem Türklopfer Ausschau halten. Die
sieht man hier auf der Insel an fast jeder zweiten Tür, und einer ist schöner als der andere.
So, nun erst einmal eine Gute Nacht!

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